Rheumaanzeichen

Rheuma heisst korrekt eigentlich, die „Erkrankung des rheumatischen Formkreises“. Damit werden die zahlreichen Erkrankungen zusammengefasst, die durch Entzündungen entstehen. Man denkt immer Rheuma kommt meistens nur bei älteren Menschen vor, doch in Wahrheit, ist das eine Krankheit die in jedem Alter auftreten kann – egal ob bei Erwachsenen oder Kindern.

Was ist Rheuma genau?

Die Erkrankung des rheumatischen Formkreises ist sind Entzündungskrankheiten im Körper. Rheuma befällt nicht nur die „harten“ Bauteile, wie Knorpel, Knochen oder Gelenke sondern auch das Gewebe, die Muskeln, Sehen und Bänder.

Die Krankheiten „Arthrose“ und „Gicht“ zählen auch zu rheumatschein Krankheiten. Meistens sind die Rheumabeschwerden mit großen Schmerzen verbunden, die oft als reißend oder ziehend beschrieben werden. Die meist verbreitetste Rheumakrankheit ist die Arthritis. Dabei ist die Innenhaut der Sehnen und Muskelbänder entzündet. Diese Krankheit ist nicht heilbar, kann aber bei sehr frühem Erkennen gut behandelt – das heisst gestoppt oder geschwächt – weden.

Auch Organe können von rheumatischen Symphtomen betroffen sein, wie zum Beispiel: die Entzündung des Herzmuskels, der Augen oder der Nieren.

Wie bekommt man Rheuma und wie wirkt es sich aus?

Rheumaanzeichen © underdogstudios - Fotolia.com

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Die Ursache, warum man Rheuma bekommt ist noch nicht wirklich geklärt. Es kann sein das die rheumatischen Bewerden mit einer Störung des Immunsystems zusammenhängen, bei der das Immunsystem das eigene Gewebe bekämpft, was sich so mit Laufe der Zeit entzündet.

Ein normales gesundes Immunsystem, kann unterscheiden, ob das Gewebe körpereigen ist oder nicht. Ist das Immunsystem nicht mehr im Takt, erkennt es eigenes Gewebe als fremd an und reagiert somit wie auf einer Entzünding auf dem Fremdkörper. Durch die Entzündung, werden auf Dauer, die Knochen, die Gelenke und Knorpel zestört. Oftmals ist eine Arthritis erblich bedingt, kann aber zum Beispiel auch vom Rauchen entstehen.

Die ersten Anzeichen dafür, dass man vielleicht unter einer rheumatischen Krankheit leidet, können folgende Symptome sein:

Müdigkeit, Fieber, stetige Gelenkschmerzen, geschwollene Hände, stetige Gelenkschmerzen,Uneingeschränktheit der Gliedermaßen
Mit der Zeit können sich die Gelenke verformen und die Beweglickeit wird immer weiter eingeschränkt. Mit der Zeit ist es nicht mehr möglich sich ohne größere Schmerzen zu bewegen und gerade Nachts, wenn der Körper sich entspannt, sind die Schmerzen am größten. Die Schmerzen können ganz plötzlich, oder aber in einem schleichendem Prozess auftreten.

Ernährung ist ein wichtiges Thema bei Rheuma

Gemüse

Die Umstellung der Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag in der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, wenngleich es aufgrund der Vielschichtigkeit des Krankheitsbildes keine pauschalen Rheumadiäten gibt. Wer sich an einige Grundsätze in der Zusammenstellung seines Speiseplans hält, kann mit weniger Beschwerden rechnen und den Medikamentenbedarf erheblich einschränken.

Ausgewogene Ernährung verhindert Mangelerscheinungen und normalisiert das Körpergewicht

Eine ausgewogene Ernährung deckt den individuellen Bedarf an Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten, enthält aber auch ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Vitaminen C und E sowie dem Spurenelement Selen zu.

Ebenso ist es wichtig, genügend Calcium aufzunehmen, um die Osteoporosegefahr zu minimieren.

  • Auf tierische Fette sollte aus unterschiedlichen Gründen verzichtet werden. Der Verzicht auf Fleisch- und Wurstwaren hilft unter anderem dabei, das Körpergewicht zu halten beziehungsweise dieses auf ein Normalgewicht zu reduzieren. Weniger Gewicht entlastet die Gelenke. Ein Normalgewicht wirkt sich daher positiv auf die Rheumatherapie aus.

Auf die Auswahl der richtigen Fettsäuren achten

Mit der richtigen Fettsäureauswahl gelingt es, im Körper auftretende Entzündungen zu hemmen. Hierdurch lässt sich der Bedarf an Medikamenten gegen Rheuma deutlich reduzieren, was wiederum deren Nebenwirkungen minimiert. Insbesondere kann der durch Kortisoneinnahme mögliche vorzeitige Knochenabbau verhindert werden. Auf die Fettsäure Arachindonsäure sollte möglichst verzichtet werden.

Sie ist ausschließlich in tierischen Fetten enthalten, teilweise bildet der Körper sie auch selbst. Eine vegetarische Ernährung ist daher von Vorteil, zumindest sollten nicht mehr als 2 Fleischmahlzeiten und 2 Eier in der Woche verzehrt werden. Tierische Streichfette lassen sich durch pflanzliche Fette und Öle ersetzen. Fettarme Milchprodukte sind zu bevorzugen. Ganz vom Speiseplan sollten sie nicht gestrichen werden, da sie hervorragende Calciumlieferanten sind.

  • Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Bestandteile in der Ernährung

Auf wichtige Fettsäuren sollte der Körper nicht verzichten müssen. Hierzu zählt unter anderem die Eicosapentaensäure, welche die Arachidonsäure aus dem Stoffwechsel verdrängt und deren entzündungsfördernde Wirkung aufhebt. Omega-3-Fettsäuren sind beispielsweise in Seefisch enthalten. 2 Mahlzeiten pro Woche sind empfehlenswert, um den Bedarf an dieser wichtigen Fettsäure zu decken. Auch pflanzliche Öle enthalten wertvolle Fettsäuren.

Obst und Gemüse decken den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen

Pflanzliche Produkte dürfen bei rheumatischen Erkrankungen uneingeschränkt aufgenommen werden. Sojaprodukte sind sinnvolle Alternativen zu Fleisch- und Wurstwaren. Obst und Gemüse gehören auf den täglichen Speiseplan. Hülsenfrüchte enthalten viel Eiweiß. Mangold, Spinat und Broccoli liefern Calcium. Auch Nüsse enthalten wertvolle Fettsäuren sowie Vitamin E, welches in der Rheumatherapie von Bedeutung ist. Alkoholische Getränke sollten so weit wie möglich vermieden werden.

Die Ernährung bei Rheuma Anzeichen oder Rheumaerkrankungen bedeutet nicht zwangsläufig nur Salat essen zu müssen, vielmehr heißt es, dass man auf Ausgewogenheit achten muss und auf einige Nahrungsmittel verzichten sollte bzw. es eher selten essen. Sehr hilfreich dabei ist die unten aufgeführte Ernährungspyramide, in der man gut sehen kann, wann man sich ausgewogen ernährt. Eine ausgewogener Ernährung + Fettsäuren lassen Rheumaschmerzen lindern.

By Targan (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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Rheumatisches Fieber

Rheumatisches Fieber ist nicht gleich Rheuma!

Unter Rheuma versteht man im Allgemeinen schmerzhafte und entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates: geschwollene Gelenke, ziehende Schmerzen in Muskeln, Bewegungseinschränkungen sind typische Symptome für viele Erkrankungen des medizinisch sogenannten „rheumatischen Formenkreises“. Das rheumatische Fieber fällt aus dieser Gruppe trotz ähnlichen Namens heraus: Es handelt sich vielmehr um eine entzündliche Folgeerkrankung nach einer Infektion mit Bakterien, die – und das ist die gute Nachricht – dementsprechend mit Antibiotika gut behandelt werden kann.

Beim rheumatischen Fieber handelt es sich um eine spezifische Entzündungsreaktion auf Toxine von Streptokokken der Gruppe A, die sich an Gelenken, Herz, Haut und im Gehirn manifestieren kann. Die Erkankung beginnt etwa 8-20 Tage nach einer Mandelentzündung mit A-Streptokokken und geht mit Fieber einher.

Ursachen für rheumatisches Fieber

Streptokokken sind Bakterien, die bei allen Menschen auf Schleimhäuten vorkommen und oft harmlos sind. Sie sind jedoch häufige Erreger von Mandelentzündungen und sollten dann antibiotisch behandelt werden. Geschieht dies nicht, kann es durch eine Ähnlichkeit zwischen Bestandteilen der Bakterien und körpereigenen Strukturen zu einer Autoimmunreaktion kommen:

Das eigene Immunsystem verwechselt die Toxine der Bakterien mit Antigenen von Zelloberflächen und greift in der Folge körpereigenes Gewebe an, weil es dies für bakteriell hält. Die Initiierung dieser Reaktion benötigt etwa zwei Wochen Zeit, danach kommt es zur Entzündung und Zerstörung von Gelenkoberflächen, Herzmuskel oder Nervengewebe.

Fieberthermometer

Symptome bei rheumatischem Fieber

Angesichts der fehlenden eindeutigen Nachweisbarkeit dieser Erkrankung definiert die Medizin verschiedene Kriterien für die symptomatische Diagnose des rheumatischen Fiebers, die sogenannten Jones-Kriterien (1):

  • Polyarthritis: Die typische „wandernde“ Gelenkentzündung betrifft vor allem größere Gelenke wie Knie oder Ellbogen, es kommt zu Schmerz, Schwellung und Überwärmung
  • Pankarditis: Die Entzündung des Herzens kann die Herzinnenhaut wie auch den Herzmuskel betreffen und dann entweder zu dauerhafter Zerstörung der Herzklappen oder zu akuter Funktionseinschränkung mit Beinödemen, Atemnot und Herzrhythmusstörungen führen
  • Rheumaknoten: tastbare Knötchen unter der Haut
  • Erythema anulare: rosarote, teils ringförmige Hautverfärbung, meist am Stamm
  • Chorea minor: Befall des Gehirns mit motorischer Ungeschicklichkeit

Diagnose und Therapie

Darüber hinaus kann ein Arzt mit einer Blutentnahme diverse Entzündungszeichen feststellen und mit einem Rachenabstrich eventuell die Bakterien nachweisen. Behandelt wird dann antibiotisch, oft über Jahre.

Aufgrund der heute üblichen antibiotischen Therapie jeder Mandelentzündung kann die Entstehung des rheumatischen Fiebers im Keim erstickt werden. Daher ist das rheumatische Fieber heutzutage nurmehr eine seltene Erkrankung.

Rheumabehandlung

Gelenkschmerzen © ag visuell - Fotolia.com

Gelenkschmerzen © ag visuell – Fotolia.com

Rheuma mit seinen wandernden, ziehenden und reißenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen ist ein Sammelbegriff für diverse Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Der betroffene Patient kann selbst viel dazu beitragen, um den Verlauf der Krankheit durch die Anwendung von einfachen Maßnahmen und Mitteln positiv zu beeinflussen.

Die Medizin kennt eine ganze Reihe von Rheuma auslösenden Faktoren. Immer liegt jedoch eine Störung der Funktion des Immunsystems vor. Dadurch werden körpereigene Strukturen vom Immunsystem systemisch bekämpft. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, die es in vielerlei Ausprägungen gibt.

Häufig wird die fehlgesteuerte Immunantwort des Körpers von Infektionen verursacht. Diese können bereits weit zurückliegen. Der schleichende Prozess der Entzündungen und Schmerzen, die meist zuerst in den Gelenken auftreten, wird oft nicht in Zusammenhang mit dieser früheren Infektion gesehen.

Hat der behandelnde Arzt die Vermutung, dass eine rheumatische Erkrankung vorliegt, kann anhand von Blutuntersuchungen nach erhöhten Entzündungswerten und sogenannte Rheumafaktoren gesucht werden.

Therapiemaßnahmen bei rheumatischen Entzündungen der Gelenke

Der Arzt wird seinem Rheuma-Patienten zunächst Physiotherapie und sogenannte Pnichtsteroidale Antirheumatika verschreiben, die eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung haben. Oft kommt es durch die chronische Entzündung zu einem Erguss im betroffenen Gelenk. Die Flüssigkeit wird durch Punktion entfernt.

Rheuma Therapie © DOC RABE Media - Fotolia.com

Rheuma Therapie © DOC RABE Media – Fotolia.com

Auch von einer besonderen Art der Strahlentherapie, der PRadiosynoviorthese, erwarten die Nuklearmediziner eine Verbesserung des Zustandes der Patienten. Hierbei werden in die Gelenkkapsel radioaktive Substanzen eingebracht, die die Entzündung eindämmen sollen. So wird versucht, die fortschreitende Zerstörung des Knorpels im Gelenk aufzuhalten. Die Strahlenbelastung wird von Fachleuten bei diesem neuen Verfahren als gering eingestuft.

Allerdings fehlen zurzeit entsprechende Langzeiterfahrungen, um die Wirksamkeit der Strahlentherapie abschließend einschätzen zu können.

Schwere Folgen für die Patienten haben rheumatische Entzündungen, die sich trotz der Behandlung nicht eindämmen lassen. Die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises verursachen Verformungen der Gelenke, die die Funktionalität stark einschränken können. Um den Patienten eine Schmerzlinderung zu verschaffen, wird der Rheumatologe eine Operation empfehlen. Doch auch damit kann die Grunderkrankung nicht beseitigt werden.

Alternative Heilmethoden

Den Verlauf von Rheumaerkrankungen kann der Patient durch eigene Maßnahmen positiv beeinflussen.

    Wichtig ist, den Lebensstil so zu ändern, dass die Entzündungsneigung in den Gelenken nicht zusätzlich durch Bewegungsarmut und falsche Ernährung unterstützt wird.

    Um die Gelenke zu entlasten, kann eine Reduzierung des Körpergewichtes hilfreich sein. Um die Beweglichkeit zu trainieren und die verkrampften Muskeln zu lösen, bietet sich eine fachlich angeleitete Bewegungstherapie an.

    Eine basische Ernährung und die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Teufelskralle, neuseeländischen Grünlippmuscheln oder der Enzymtherapie können den Krankheitsverlauf deutlich abschwächen.

Medikamente gegen Rheuma

In der Therapie der verschiedenen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gibt es mittlerweile viele Medikamente. Einige sind langjährig etabliert und gehören zur sogenannnten „Basistherapie“, manche Weiterentwicklungen zur Unterdrückung des aus dem Ruder gelaufenen Immunsystems sind hinzugekommen. Ganz modern sind die sogenannten „Biologicals“, die hochspezifischen und leider auch sehr teuren Medikamente zur gezielten Unterdrückung der rheumatischen Erkrankung.

Hier bedarf es unbedingt eines Facharztes für Rheumatologie, der sich angesichts aktueller Entwicklungen stets auf der Höhe der Zeit befindet.

Die schlechte Nachricht: Wo viele Medikamente sind, dauert es oft einige Zeit, bis für den Patienten das richtige Mittel in der richtigen Dosierung gefunden ist.

Die gute Nachricht: Am Ende ist für (fast) jeden etwas dabei.

 

Die „Basistherapeutika“

Den Basistherapeutika ist gemein, dass sie recht unspezifisch in die Funktion des Immunsystems eingreifen und somit auch recht allgemeine Nebenwirkungen haben. Dennoch sind sie wertvolle Bestandteile einer jeden Rheuma-Therapie und können, richtig eingestellt, gute Erfolge aufweisen.

  • Gold-Verbindungen und Chloroquin

Die organischen Gold-Verbindungen sowie das aus der Malaria-Therapie bekannte Chloroquin gehören zu den ältesten Basistherapeutika. Gold als alleiniges Therapeutikum ist aufgrund vielfältiger Nebenwirkungen heutzutage aus der Mode gekommen, Chloroquin hat bei rheumatoider Arthritis oder Unterformen des Lupus erythematodes immer noch seinen Stellenwert.

  • Sulfasalazin

Ein Medikament aus dem Bereich der Folsäure-Antagonisten mit letztlich unklarem Wirkmechanismus, welches in speziellen Fällen der rheumatoiden Arthritis als Basistherapeutikum eingesetzt werden kann. Ansonsten ist es heutzutage eher bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen von Bedeutung.

  • Methotrexat

Das Basis-Medikament schlechthin bei rheumatoider Arthritis, auch MTX genannt. Methotrexat imitiert die Folsäure, welche im Stoffwechsel der Immunzellen zu deren Interaktion und Vermehrung benötigt wird. Der Stoffwechsel der Abwehrzellen kommt zum Erliegen und die Autoimmunreaktivität wird herabgesetzt. Die Gabe erfolgt meist wöchentlich, der Wirkeintritt braucht etwa 6 Wochen.

Andere Immunsuppressiva

Azathioprin,Ciclosporin A und Leflunomid sind andere immununterdrückende Medikamente, die allerdings nur bei Nichtansprechen der Methotrexat-Therapie zur Anwendung kommen.

  • Glukokortikoide

Immunsuppressive Steroide wie Prednisolon werden überbrückend verordnet, bis die Wirkung der Basistherapeutika einsetzt.

Die „Biologicals“ (Infliximab, Adalimumab, Etanercept, …)

Tabletten1Hierbei handelt es sich um laborchemisch hergestellte Antikörper gegen bestimmte Strukturen im Stoffwechsel des Immunsystems. Sehr gezielt kann damit die Immunantwort im Körper unterdrückt und die rheumatische Entzündungsaktivität verringert werden. Präparate wie Infliximab oder Etanercept sind allerdings auch nicht frei von Nebenwirkungen und in der Dauertherapie sehr teuer, weswegen sie nur zur Anwendung kommen, wenn alle anderen Medikamente langfristig wirkungslos sind.

 

Rheumafaktoren

Rheumafaktoren (RF) sind Blutuntersuchungen auf Autoantikörper und dienen der Diagnose der rheumatoiden Arthritis und des Sjögren-Syndroms, werde dann aber auch zum Nachweis anderer rheumatischer und nicht rheumatischer Krankheiten verwendet. Im Labortest wird die Anwesenheit von Antikörpern gegen diese Rheumafaktoren nachgewiesen. Sie sind bei an rheumatoider Arthritis Erkrankten häufig zu finden.

Was sind Rheumafaktoren?

Der Rheumafaktor wird im Blutserum bestimmt. Menschen mit erhöhtem Rheumafaktor haben ein durchschnittlich 26-fach höheres Risiko, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken. Frauen sind dreimal häufiger als Männer betroffen. Mit zunehmendem Alter und bei Rauchern steigt das Risiko zusätzlich.

Blutuntersuchung © Alexander Raths - Fotolia.com

Blutuntersuchung © Alexander Raths – Fotolia.com

Es können viele Jahre vergehen, bis die Krankheit auch bei nachgewiesenem Rheumafaktor ausbricht. Ein positiver Rheumafaktor spricht für eine höhere Wahrscheinlichkeit einer rheumatischen Erkrankung, führt aber nicht zwingend zu einer solchen. Umgekehrt bedeutet der negative Rheumafaktor nicht, keine Rheumaerkrankung bekommen zu können. Der Rheumafaktor grenzt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ein. Auch gesunde Menschen können einen Rheumafaktor aufweisen, er kommt etwa bei 10 Prozent aller gesunden Menschen über 60 Jahren vor. Auch bei Lebererkrankungen und chronischen Infektionskrankheiten lässt sich der Rheumafaktor nachweisen.

Nachweismethoden in der Labordiagnostik

Laboruntersuchungen sind zur Differenzialdiagnose notwendig. Sie ermöglichen es, rheumatische Erkrankungen untereinander abzugrenzen und um eine rheumatische Erkrankung gegen andere Krankheiten zu differenzieren.

  • ELISA-Labortest
Zum Nachweis des Rheumafaktors ist der ELISA-Labortest der meistverbreitete. Man nimmt eine Blutprobe aus einer Vene. Mit dem Test werden künstliche zyklische citrullinierte Peptide nachgewiesen. Oft können schon viele Jahre vor dem Ausbrechen der Krankheit Antikörper gegen citrullinierte Peptide nachgewiesen werden. Diese sind entscheidend für rheumatoide Arthritis.

  • Messung des BSG-Wertes

Ein anderes Diagnoseverfahren ist die Untersuchung der Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit. Sie wird auch Blutsenkung oder BSG genannt. Mithilfe dieser Methode werden Entzündungen im Körper sichtbar gemacht und man kann den Aktivitätsgrad der Entzündung erkennen. Steht nicht gerinnungsfähiges Blut längere Zeit in einem Glasröhrchen, senken sich die roten Blutkörperchen ab und es bleibt eine klare Flüssigkeit als Überstand, das Plasma. Die Geschwindigkeit, mit der sich die roten Blutkörperchen absenken, ist die Senkungsgeschwindigkeit (BSG). Sie weist auf Erkrankungen hin und kann bei Entzündungen erhöht sein.

  • Messung des CRP-Wertes

CRP ist ein Protein der so genannten „akuten Phase“. Befindet sich eine Entzündung im Körper, wird diess Protein in der Leber gebildet. Es liefert aber nur unspezifische Hinweise auf eine entzündliche Erkrankung. Es zeigt zwar, dass sie vorliegt, weist aber nicht auf das betroffene Organ hin. Der Wert zeigt sowohl akute wie chronische Entzündungen.

Weichteilrheuma

Da es mehrere Hundert Arten von Rheuma gibt, ist eine Diagnose von Weichteilrheuma nicht immer leicht. Bei dieser Krankheit sind nicht die Gelenke selbst, sondern das sie umgebende Gewebe, also Muskeln, Sehnen und Kapseln, aber auch das Unterhautfettgewebe betroffen. Weichteilrheumatismus ist meist mit relativ starken Schmerzen verbunden.

Verschiedene Formen von Weichteilrheumatismus

Umgangssprachlich wird Weichteilrheuma auch Muskelrheuma genannt. Auch bei Weichteilrheumatismus gibt es entzündliche und nicht entzündliche Formen.

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem gestört ist.

Durch den gestörten Abwehrschutz werden körpereigene Strukturen angegriffen und es können ganze Körperregionen betroffen sein. Weichteilerkrankungen, die man unter dem Begriff Weichteilerheumatismus zusammenfasst, sind sämtliche Krankheiten, die das Binde- und Fettgewebe im Bereich:

  • der Gelenke,
  • die Muskulatur,
  • Sehnen,
  • Schleimbeutel und
  • Bänder betreffen.

Zu ihnen gehören Tendopathien, Schleimbeutelerkrankungen und Periarthropathien.

  • Tendopathien sind degenerative, nicht entzündliche Erkrankungen der Sehnen, meist infolge von dauerhafter Überbeanspruchung.
  • Schleimbeutelerkrankungen betreffen den abgrenzbaren Bereich der Schleimbeutel.
  • Periarthropathien sind pathologische Veränderungen in den Weichteilen, welche die Gelenke umgeben.

Betroffen sind in erster Linie Bänder, Sehnenscheiden, Schleimbeutel und Sehnen. Sie entstehen meist infolge von chronischen Entzündungen und werden durch unangemessene Belastung verstärkt. Zusätzliche Kalkablagerungen schränken ihre Funktionalität weiter ein.

Symptome des Weichteilrheumatismus

Weichteilrheuma wird von Bewegungseinschränkungen, häufig auch von starken, andauernden Schmerzen im ganzen Bewegungssystem begleitet. Typisch sind Schmerzen in Muskeln und Sehnen und in den Schmerzdruckpunkten. Diese Krankheitssymptome werden von:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
  • Schlafstörungen,
  • vegetativen Störungen und
  • Neigung zu Kopfschmerz und Migräne begleitet.

Die vegetativen Störungen zeigen sich zum Beispiel durch kalte Hände, verstärktes Schwitzen an den Händen, Schwindel, Zittern und Kreislaufbeschwerden. Auch funktionelle Störungen wie Magen-Darm-Störungen, Atembeschwerden, Herzbeschwerden, Schlafstörungen sowie Regelschmerzen sind bei Weichteilrheuma häufig.

Laien setzen Weichteilrheuma oft mit Fibromyalgie gleich, was jedoch nicht korrekt ist. Fibromyalgie ist nur eine von vielen Erkrankungen innerhalb der Gruppe Weichteilrheumatismus. Bei Fibromyalgie müssen mindestens 11-18 Schmerzdruckpunkte auf Fingerdruck mit Schmerz reagieren. Bis die Krankheit ihre volle Ausprägung erreicht hat, kann es Jahre dauern, in denen die Schmerzen wiederkehren, aber auch zeitweise abklingen. Daher sind sich viele Patienten nicht darüber im Klaren, dass sie an einer chronischen Autoimmunkrankheit leiden.

Therapie bei Weichteilrheumatismus

Heilerde © PhotoSG - Fotolia.com

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Vielen Betroffenen hilft körperliche Bewegung. Die verbessert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sie kann auch die Schmerzen lindern. Eine gesunde Lebensweise ist gerade bei rheumatischen Erkrankungen und bei Weichteilrheuma ungeheuer wichtig. Ein ausgewogenes Verhältnis von Schlaf, Bewegung und gesunder Ernährung bei Rheuma sollte daher die Basis im Alltag bilden.

Oft sind auch Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung hilfreich, um die Krankheitssymptome zu mildern. In der konventionellen Medizin wird zur Behandlung von Weichteilrheuma eine Kombination aus Ergotherapie, Entspannungsübungen, Bädern und Schmerzmedikamenten angewendet. Auch Antidepressiva kommen in geringer Dosis zum Einsatz. Dagegen haben sich muskelentspannende Mittel nicht als hilfreich erwiesen.

Viele Patienten sprechen auch auf alternative Heilmethoden an. Man kann eine homöopathische Sanierung der Darmflora in Betracht ziehen und für eine regelmäßige Entgiftung aller Organe sorgen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, sein Immunsystem zu stärken und möglichst keinerlei Giftstoffe wie Kaffee, Nikotin und Alkohol zu sich zu nehmen.